Zum Nazi sein bedarf es wenig…


HitlerpussyLetztens waren wir in einem Club namens OxfordArtsFactory – Funkmusik. Geil. Neben Livemusik lief im Hintergrund die ganze Zeit der Film Yellow Submarine von den Beatles – Groovey… In diesem psychedelischen Rahmen trafen wir dann auch fast alle Austauschstudenten (zumindest die mir bekannten) und es ging feuchtfröhlich zur Sache. Nach einigen Biersen und anderen Mixgetränken konnte ich dann nich anders und musste unseren schwulen, französischen Freund Constant andänzen. Nach einer halben Stunde hatte ich ihn dann obenohne auf den Schultern und wir standen in einem Ring von begeisterten, uns anfeuernden Australiern. Nach der Party in der Oxfordstreet (die Motzstraße Sydneys) sind wir dann zum Kingscross, da alle anderen Läden hier recht früh zu machen (so um zwei, also dann wenn wir in Berlin losgehen…). Dort is Constant dann nich reingekommen (zu hacke) und ich habe völlig besoffen 20 $ an Spielautomaten verzockt. Aufm nach Hause weg war ich dann plötzlich völlig alleine auf der Oxford Street und von Dragqueens umzingelt, die mir nich glauben wollte, dass ich ne besoffene Hete bin. Nach einigen Anmachversuchen konnte ich mich dann in ein Taxi retten und bin nach Hause geheizt. Am nächsten morgen hatte ich dann um 9Uhr Uni, was 2,5 Stunden Schlaf bedeutete; und ich musste zu meinem Entsetzen feststellen, dass ich lockerflockige 100$ ärmer war. OOOH, fuck.

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Auch Mario hatte eine Begegnung mit einem netten Schwulen, allerdings nich auf der Oxfordst. An seinem zweiten Tag in Sydney hat er eine Engländerin und einen Neuseeländer kennegelernt und mit beiden die Stadt erkundet. Abends gabs dann ein paar alkoholische Getränke und nachdem die Stimmung etwas gelöster war, wollte Mario endlich ins Meer. Er hat bis dahin nicht wahrgenommen, dass der Neuseeländer schwul war; erst als beide im Wasser waren und es zu einigen Annäherungsversuchen kam (unter Wasser drücken, rumschmeißen, enger Körperkontakt etc.) wurde Mario etwas mulmig zumute, und er wusste nicht so recht wie er sich aus der Situation befreien konnte. Doch, er hat es unbeschadet überstanden.

Eva, die schwermotorische Sitzplatzverfehlerin, hat auch Bekanntschaft mit einer Lesbe gemacht, während eines Reggaekonzerts in Downtown. Sie stand nichtsahnend an der Bar und ein Mädchen zeigte auf sie, zwinkerte sie and, und machte ihr per Fingerbewegung klar, dass sie doch rüberkommen sollte. Eva war etwas verdutzt und hat sich nach einem männlichen Wesen hinter ihr umgeschaut, doch da war niemand. Dann kam das Mädchen zu Eva und hat sie gefragt, ob sie tanzen möchte – wobei Eva den Eindruck hatte, dass das Mädchen ihr die ganze Zeit auf die Titten geschaut hat. Als Eva meinte, dass sie zu müde sei zum tanzen, bekam sie nen freundlichen Klaps auf den Arsch und wurde in Ruhe gelassen.

Tja, Sydney gilt ja auch als Schwulen- & Lesbenparadies und alljährlich wird hier Mardi Gras gefeiert, eine der größten und abgefahrensten Gay-Parades des ganzen scheiß Universums, maaaahn. Und die OxfordStreet ist bekannt für die Vielzahl an homosexuellen Clubs, die alle ziemlich abgefahrene Parties schmeißen.

So, weiter im Stoff.

Hab letztens ne Mail von meinem Publizistik-Prof erhalten. Er hat mir für meinen Medienethikessay ne 1,0 gegeben. Muuuhahahaha. Sorry, aber dit musst ick ma loswerden, ihr Eierköppe. They call me Diddy, wuuuhuuu.

kermit ass

Außerdem waren Mario und ich beim Arzt. Nicht weil wir uns bei homoerotischen Spielen mit ansteckenden, tödlichen Geschlechtskrankheiten oder Miss Piggy uns mit Schweinegrippe angesteckt hat, sondern weil wir um den Tauchkurs machen zu können ne ärztliche Bescheinigung brauchen. Also, zum nächstbesten Arzt gehoppelt, angemeldet, und da ca. 30.000 Menschen vor uns dran waren nochma ins Einkaufszentrum um was zu essen und Geld zu holen (der Arzt wollte fuffzig dollars für fünf Minuten testen, asi!…). Dort musste ich dann auch ordentlich für bengalische Tiger und hab ca. 10 Minuten lang gepisst. Als wir zurück beim Arzt waren, hat der alle möglichen Tests gemacht: Hörtest, Abhorchen, Sehtest („Nimm ma die Brille ab und lies die Zeile mit der kleinsten für dich erkennbaren Schrift“ … „ÄÄÄhm, wo is denn die Tafel mit der Schrift?“ …).

misspiggy

Zu guter letzt sollte ich in einen Becher pinkeln. Super, dacht ick, hätt ick mich ma lieber nich vorher um 3 Liter Urin erleichtert. Also, auf zur Toilette mit nem Piselbecher. Trotz aller mir erdenklichen Tricks – Wasserhahn laufen lassen, spülen, ans Meer denken, warmes Wasser über meine Hand laufen lassen – konnte ich einfach nich Pissen. Es ging einfach nich. Also bin ich unverrichteter Dinge  zurück, und als Mario mich mit leerem Becher sah, konnten wir uns beide nichmehr beherrschen. Ich sagte dann noch zur Sprechstundenhilfe (vor voll besetztem Wartezimmer): „Sorry, I don’t know whats wrong with me, but I CANOT PEE!“ und fing herzhaft an zu lachen. Jeder im Raum anwesende verfiel in amüsiertes, schadenfrohes Gelächter und ich ging mit breitem Schmunzeln zurück zum Doc, der mir n Glas Wasser gab und meinte ich sollte es später nochma versuchen. Beim zweiten Versuch war der Druck (der mentale) so groß, dass ich erneut keinen Tropfen rauswürgen konnte und der Doc, sichtlich bemüht nicht zu lachen, mir die Bescheinigung auch ohne Pisstest ausstellte (werd ich dit nächste mal beim polizeilichen Pisstest auch so machen).

Als krönenden Abschluss sozusagen hatte ich heute ne Vorlesung und da die ja immer 2 Std gehen, machen die Dozenten immer 10 Minuten Pause zwischendurch. Wär ja auch unmenschlich, 2 Stunden am Stück zu dozieren, nicht wahr?! Jedenfalls hab ich eine geraucht und Kate, ein Mädchen aus meiner Tutoriumsgruppe, hat mich nach Feuer gefragt, was ich ihr natürlich nicht ausgeschlagen habe. Nach ein wenig Smalltalk fragte sie mich dann, woher ich komme und ich sagte wahrheitsgemäß dass ich „from Germany“ sei. Sie verzog etwas das Gesicht und sagte, dass sie Jüdin ist und das ein Großteil ihrer Familie im Holocaust umgebracht wurde. Ich erzählte ihr, dass wir ca. 5 Jahre im schulischen Geschichtsunterricht das Dritte Reich (im wahrsten Sinne des Wortes) durchnehmen, dass fast alle deutschen Schüler im Rahmen des Unterrichts ein KZ besuchen, und dass ich im allgemeinen finde, dass Deutschland mit seiner verkackten Geschichte sehr verantwortlich umgeht. Sie fragte jedenfalls weiter, ob denn einige meiner Familienangehörigen Nazis waren, im 2ten Weltkrieg, worauf ich (villeicht etwas naiv) antwortet: „Wahrscheinlich schon, waren ja fast alle Nazis oder Nazi-Sympathisanten damals“. Sie erwiderte nur, dass meine Großeltern dann wahrscheinlich ihre Großeltern umgebracht haben und dass sie „wahscheinlich nicht mit mir reden sollte“…..

Gut dacht ick, sollteste wahrscheinlich nicht, Kate, vor allem nicht, wenn du denkst mich, meine Geschichte und die meiner Familie in 5min Raucherpause durchzunehmen, Du ignorante Fot……

hittykitty

Nachdem die Vorlesung vorüber war, hab ich Kate dann beim Rausgehen nochmal gesehen und in säuselndem Tonfall mit charmanten Lächeln „nen schönen Tag“ und „vielleicht sieht man sich mal“ gewünscht. Sie hat mich nur etwas verdattert angeguckt und den bösen, blutrünstigen, judenhassenden Nazi in mir gesehen. Seltsam, dass Nazis neuerdings anti-imperialistische Englische Literaturkurse belegen, Essays über Antisemitismus schreiben und Austauschjahre im Ausland machen…..

Die gute „Geschichte“. Zusätzlich zur religiösen Erbsünde der gesamten verfickten Menschheit lastet auf mir nun auch noch die Erbsünde meines so unglaublich geliebten „Vaterlandes“…. Danke Kate. Vielleicht sollten einige Menschen, bevor sie wahllos rundum-beurteilen, erstmal etwas Infos einholen. Vielleicht auch nicht. Lang lebe die Ignoranz!!!

TADAAAAAA!

Adam aß den Apfel nur

weil es Eva ihm befuhl.

Und Eva war ne Nazisau

weil ne bekackte, deutsche Frau.

Auch DEIN Opa war ein Soldat

und schoß nen Jud ins kalte Grab

So sag ich dir, sei bloß nich blind

denn du bist auch n deutsches Kind.

Adios Amigos

P

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6 Antworten to “Zum Nazi sein bedarf es wenig…”

  1. M&M Says:

    Haha…
    Diese Kate scheint dir ja richtig ans Herz geachsen zu sein..

  2. pepe Says:

    ja, süße schnecke!

  3. Blömop Says:

    irgendwie tut mir kermit langsam leid! 😀

  4. Tatsi Says:

    Ick mag dich trotzdem 😉

    Kussi, T.

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