Kermit und Grippen Grillen


kermitAls ich aus dem Lummerland zurückkehrte und meine verquollenen Augen aufmachte, war es Donnerstag und neun Uhr 30. An Mario’s Geburtstagsparty am Abend zuvor konnte ich mich aufgrund meines erbärmlichen körperlichen Zustands noch sehr gut erinnern. Meine letzte „saubere“ Hose war bespikt mit Brandlöchern, Suffrückständen und stank erbärmlich nach Geburtstagskuchen und Tanzschweiß. Wir hatten eine Überraschungsparty organisiert und es waren im Grunde nur Spanier und Franzosen zur Party gekommen. Die einzige anwesende Australierin hat sichs nach ner halben Stunde mit einem der French Loveers in Sams Zimmer gemütlich gemacht und ihr musikalisches Talent durch begabtes Blasen der Fleischtrompete bewiesen. Constant, ein anderer Franzose, wollte die zwei Turteltäubchen zu einem Dreier anregen, doch aus irgendeinem mir unerklärlichen Grunde, haben sie ihn an ihrem Liebesorchester nich teilhaben lassen. Zum Ende der Party wollte eine Französin namens Amelie (welche aus Versehen den zweiten Akt des Sex-Orchesters live miterleben musste) mich als Pinata missbrauchen – sie hatte dazu Luke’s Baseballschläger zur Hand genommen und turtelte in säuselndem, französisch akzentuierten English: „Felix, do you want to be my pinata?“ und schwenkte vorfreudig den Knüppel. Ich hab dankend abgelehnt und mich schnellstmöglich in mein leeres, kaltes, verwaistes und trotzdem wunderbares Zimmer verzogen.

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Jedenfalls hatte ich an diesem besagten Donnerstag meine erste Aboriginal Studies Vorlesung, zu der ich aufgrund meines Schlafmangels/Katers/seltsamen Traumes 15 Minuten zu spät kam. Auf dem Weg dorthin habe ich Eva die Spanierin getroffen, die auch ein Seminar suchte, welches im gleichen Gebäude stattfinden sollte. Im Fahrstuhl ist sie auf Ebene 1 ausgestiegen, ich bin weiter bis gaaaaanz nach oben (Ebene 7) gefahren. Der Dozent ist ein recht lustiger, schwarz gelockter end-dreißiger, der völlig verplant ist, also sehr sympatisch. Nach weiteren 15min kam Eva dann doch in meine Vorlesung.

Allerdings kam sie nicht, ohne einen bleibenden Eindruck bei allen anwesenden Studenten und dem Professor zu hinterlassen. Anstatt sich einfach hinzusetzen, hat sie – warum auch immer – die Sitzfläche knapp verfehlt und sich mit einem lauten „BUMMMS“ gekonnt auf den Arsch gesetzt. Da ich drei Reihen vor ihr saß, drehte ich mich um, konnte sie jedoch nicht sehen. Unter allgemeiner Belustigung hat sie sich dann aufgerappelt und nach 15min Lachen, wurde ich vom Prof ermahnt, doch mal endlich DIE KLAPPE ZU HALTEN. Da ich ja ein großer Freund der Schadenfreude bin, war der Rest des Tages mit der Erinnerung an die von jemand anderem erlebte Peinlichkeit gerettet.

Ne andere lustige Geschichte ist die von Antonio, einem Spanier aus Valencia. Er hat sich – in gutmütiger Leichtgläubigkeit – ne Wohnung mit nem schwulen Australier geteilt. Es lief alles super, bis eines seltsamen Nachts der Australier völlig besoffen nach Hause kam und nur mit einem hautengen Slip bewaffnet in Antonios Bett gehüpft ist, ihn absabberte und versuchte, ihm an der Nille rumzugrabbeln. Antonio, der zwar hübsch anzusehen und recht muskulös ist, dachte, es sei klar, dass er ne Hete sei und dass man(n) nicht einfach so an ihm rumgrabbeln darf als nicht-hete. Jedenfalls hat er dem Liebesschwangeren eine gedrückt und seine Sachen gepackt und ist SOFORT ausgezogen. Der Popoliebhaber hat das nicht verstanden und meinte: „Aber das war doch was wir beide von Anfang an wollten, Antonio??!!“ Vom Winde verweht ist dagegen ne harmlose Seifenoper. Antonio jedenfalls hat sich jetzt bei 3 asiatischen Jungs einquartiert, von denen er sicher scheint, dass sie ihm nicht ungewollt an die Wäsche gehen. Haaaiiiiiaaaaa, es gibt Leis zum Mittag!

Von homoerotischen (teils jedenfalls) zu sportlichen Aktivitäten. Ich bin jetz offiziell ne Sportskanone. BUMM. Neben dem Tauchklub hab ich mich noch im Outdoors Club eingeschrieben und kletter jetzt mindestens einmal die Woche (indoors, wies sich fürn outdoorsclub gehört). Bin auch trotz meiner Curry-Pieker Arme garnich mal so schlecht, bis auf die Tatsache, dass mir die Technik fehlt. Aber, es ist ja noch kein Gott vom Himmel gefallen…. oder so ähnlich. Vom Berg fallen Kletterer aber öfter, hab ich gehört. Zusätzlich zu diesen „offiziellen“ sportlichen Tätigkeiten gibts jeden Sonntag um 3 Uhr (außer es ist Katertime) ein internationales Fußballmatch. War n Geheimtipp von Dave, den ich beim letzten Mal hier am Arsch der Welt kennengelernt habe. Neben Mario, dem mini-Ronaldo, seh ich zwar blaß aus, dafür hab ich aber immer die Lacher auf meiner Seite, da ich mich anstatt aufs Tore schießen aufs anschliessende Jubeln vorbereite – und deshalb oft das Tor verfehle (aus ein Meter Torentfernung). Nach einem solchen missglückten Torschießversuch habe ich die vorbereitete Jubel-Vorwärtsrolle trotzdem ausgeführt, vor allem weil ich mich sehr intensiv darauf vorbereitet hatte (Konrad Lorenz wäre stolz auf mich)

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Nach dem Spiel hat uns David dann nach Hause gefahren, mich und Mario, in seinem Holden Barina (n Opel Corsa mit anderem Namen). Auf der Rückbank lag ein Stofftier Kermit, ca. 70cm groß. Da musste ich gleich an Fatima und den Ausflug zu KFC denken, und hab Kermit ausm Fenster gehalten und allen anderen Autos anner Ampel zugewunken. Kermit konnte auch klatschen und zu Techno dänzen! Geiler Kermit. Später habe ich dann von David erfahren, dass Kermit tot ist: Schweinegrippe! Wer ihn angesteckt hat, könnt ihr euch ja sicher denken 😉

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Als uns David rausgeschmissen hatte, mussten Mario et moi noch ein Stückchen laufen und haben unterwegs auf der Straße ne geile, völlig intakte Couch gefunden, die wir dann nach Hause getragen und in mein Zimmer gestellt haben. Geil, hab jetzt n Sofa, mann. WUUUHUUUU!!! Ja, langsam wirds heimisch in meinem noch kahlen Zimmer.

Samstach war dann nich Käse-verchecker Tag, sondern Grillen im Centennial Park. Also, auf zur Bondi Junction, wo die ganzen Chilenen (eigentlich nenn ich sie nur Chiller, passt auch besser!) schon gewartet haben. Dort haben wir dann erfahren, dass wir auch von zu hause 10 min hätten laufen können anstatt mit 2 Bussen 25 min zu fahren und dann 30 min zum Park zu laufen; tja, Organisation ist halt alles. Im Park haben wir uns dann einen kostenlosen öffentlichen Grill geschnappt, von nen paar Asiaten, die auch grillten, mit fleisch und huhn beschenken und es uns gut gehen lassen. Nach kurzer Zeit war das Bier alle und alle sind vollen Magens nach Hause. Der Typ mit der gelben Sonnenbrille ist übrigens Christian, der hatte Schweinegrippe und meinte dit is lächerlich. Geiler Chiller, der.

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Schluss mit lustig, PEPE sagt adios aus seinem eleganten Bibliothekssessel:

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Ei der Daus,
ick geh jetz nach Haus,
die Bib die stinkt,
ich mach jetz winkewink
und verfatz ma hier
zu meinem Kermit Kuscheltier.

P

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5 Antworten to “Kermit und Grippen Grillen”

  1. Jay Says:

    Ayayayayay! Geiles Kuscheltier! Bringst du mir so ein mit?

  2. pepe Says:

    noeh (hab kein o mit punkten 😉

  3. M&M Says:

    langsam krieg ich auch richtig lust auf die schweinegrippe!!! miri

  4. M&M Says:

    Yo Pepe,
    die Kermit Fotos sind ja ma so lustig……….

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